Wanda und das Bussi Baby

Wanda bringt Bussi auf Nr. 1

Wiewohl die heimischen Verkaufscharts erst am Freitag offiziell präsentiert werden, kann man ob der Verkäufe via iTunes und des Trubels um Wanda schon ableiten: Das 2. Album „Bussi“ landet zum Start einmal gleich auf Platz 1 in Österreich und hat wohl innerhalb der 1. Woche (plus presales) ähnlich soviele Verkäufe geschafft wie der Erstling „Amore“ in einem Jahr, welcher in Österreich bald Platin (30.000 Verkäufe) erreicht.

In Deutschland ist das neue Album schon auf Platz 5 der Verkaufscharts eingestiegen – der Wechsel von Problembär-Records zu Vertigo Records (Universal) inklusive intensiveres Management durch Stefan Redelsteiner (der auch noch den Nino aus Wien und Das Trojanische Pferd im Köcher hat) hat sich also schon ausgezahlt und war wieder ein logischer Schritt. First we take Vienna, then we take Berlin.

Als im Oktober 2014 das erste (gut geplante) Album in den hinteren Regionen der heimischen Hitparade einzog, war ein derartiger Run auf Michael Marco Fitzthum („Wanda“) keineswegs abzusehen und die 5-köpfige Band erspielte sich (ziemlich zeitgleich mit dem Durchbruch von Bilderbuch) in kleineren Konzertlocations Frau für Frau, Mann für Mann.

Ehrlicher Rock mit deutschen Texten, leicht wienerisch eingefärbt (Falco lässt da und dort grüßen), ein bisserl Melancholie und Wurschtigkeit, ein wenig Sauferei, eine Portion Drugs, ein wenig Absandeln, viel Beziehungsjammer, dann aber auch wieder viel Kraft und verspielte Melodien und so mancher Ohrwurm („Bologna“) – die frische Mischung und der neue Stil und Sound versammelten plötzlich ein immer größer werdendes Publikum in den größer werdenden und bald ausverkauften Hallen. Und Wanda spielten, spielten und spielten – so fleißig, wie vorher wohl kaum eine heimische Band…

Wanda live im Gasometer 2015

Wanda live im Gasometer 2015

Als Wanda im April 2015 fast im Alleingang (beim „Problembär-Festl„) das Gasometer füllten und abschließen zum Kochen brachte, war klar: Da hat es endlich wieder jemand geschafft!

Mittlerweile liegt „Amore“ noch immer in den Top 10 der LP-Charts, war die Arena anlässlich der Albumpräsentation von „Bussi“ 2x hintereinander ausverkauft und nächstes Jahr möchte Wanda sogar die Wiener Stadthalle füllen. Durchaus möglich – und nach dem Release von „Bussi“ sogar sehr wahrscheinlich.

Bussi nach Amore

Wie schon der Titel „Bussi“ nach „Amore“ verrät, bleibt Wanda seinem Erfolgskonzept in fast jeder Hinsicht treu.

Musikalisch hat sich auf dem neuen Album kaum etwas geändert, auch textlich bleibt Michael Marco Vitzthum  in Sachen Schreibstil (den man dem gescheiten Kerl durchaus abnimmt) auf der Scharlatan-Linie und spielt ab und an auch mit kleinen Provokationen.

Man nehme den Opener 1,2,3,4: „Ans, zwa, drei, vier, es ist so schön bei dir“ – der Refrain (der schon beim Gasometer-Konzert ausgezeichnet lief) könnte von Gabalier kommen, die Textzeilen sicher nicht. Eine Mischung, die mit Sicherheit für neue Fans sorgen wird…

„Meine beiden Schwestern“ ist deutlich raunziger, trauriger – aber auch das kennt man von Wanda schon und wird lässig-depressiv runtergespielt.

„Bussi Baby“ kennen wir ohnehin schon – so muss Single…

Auch den Rest kennt man schon irgendwie von „Amore“ – aber alles anständig verpackt in neuem Sound und gekleidet in nette Worte (Der Thomas ist nun der Andi), die durchaus ein wenig Gedichtanspruch haben. Aber der Nino ist diesbezüglich (Lyrics) schon noch ein schönes Stückchen weiter…

Besonders gefällig noch: „Das wär schön“ oder „Sterne“ – aber das erst nach 2x nebenbei durchhören – mein Verdacht, dass sich da früher oder später noch der eine oder andere Ohrwurm einnisten wird, ist evident.

Konstanz und viel Arbeit

Besuche bei Grissemann und Stermann, Fotoshooting von Marco für den Standard (Rondo), ein paar Interviews, die man vielleicht auch besser nicht gegeben hätte (wiewohl: auch bad news sind news)  und nach wie vor viele Konzerte: Wanda haben es binnen 12 Monaten zum Fixstern auf dem heimischen Musikmarkt gebracht.

Album Nr. 2 bestätigt nur Album Nr. 1 – für große Änderungen und Stilwechsel war für die Herren von Wanda wohl im letzten Jahr auch kaum Platz.

Ist auch gut so – wiewohl man durchaus empfehlen kann, dass sich die großen Buben nach dem aktuellen Trubel um die CD-Veröffentlichung ein paar Wochen/Monate Ruhe gönnen sollten.

Bussi? Noch immer Amore!

(Ge)

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