CD-Kritik Franz Fuexe Nihilismus

CD-Tipp oder so etwas wie der Versuch einer Rezension: Franz Fuexe – Nihilismus 0.0

Es war mit Punk bzw. Hardcore nicht immer leicht in diesem Land – und dieser Tage den Sex Pistols, The Clash oder den Buzzcocks nachzueifern, kann natürlich dem kommerziellem Selbstmord gleichgesetzt werden.

Das ist und war aber 4 Herren aus Ybbssitz, Göstling und Scheibbs (mit Interessen in Wien) ziemlich blunzn, und somit -schon durch den LP-Titel „Nihilismus“ begründet- bringt man seit März 2014 unter dem gar nicht unoriginellen Namen „Franz Fuexe“ den Erstling (primär) an den Mann sowie (sekundär) auch an die Frau.




Jürgen Schallauer (Bass, Gesang, weitere Instrumente) und Luca Mayr (Gesang, den er auch „Gschroa“ bezeichnet) schreiben Texte bzw. machen auch die Töne dazu, Matthias Leichtfried (Gitarre) und Christoph Pruckner (Schlagzeug) sorgen für den Rest.

Was die jungen Herren auszeichnet: Sie machen Dialektpunk – und das ist gar nicht peinlich. Im Gegenteil – es liegt sogar die Vermutung nahe, dass sie uns ab und an doch etwas mitzuteilen haben.

Wiewohl solche Messages in der Punksprache natürlich sehr auf den Kern reduziert bleiben und mit ein paar reschen Wörtern (die der heimische Dialekt zuhauf bietet) garniert werden: Ja, es entsteht sogar der Eindruck, dass sich hinter der teils obszönen Sprache sogar ein ziemlicher Haufen Intellekt und hinter den simplen Gitarrenriffs ein paar ausgezeichnete Musiker verstecken.

Wer sich gerne mit Punkmusik die Birne volldröhnt, wird hier jedenfalls schwerst positiv überrascht: Da ist alles drin, was drin sein muss. Die Musik lassen wir demnach außen vor, der Content der 10 Nummern seien hier kurz umrissen:

1. Zötfest
Ein Manifest gegen Zeltfeste – „Ned mid mir, nie mehr“
2. (Nazis san) Bleda ois Scheiße
Der Klassiker im Punkgenre – ein bisserl Nazitrottelbashing muss (und darf natürlich) sein.
3. Danke. Oasch.
Kommunikation klar reduziert: He wia gehts da? Danke, oasch!
Guter Speed.
4. Na
Über die „nette“ Gesellschaft. „mir geht da fisch in da hosn auf“ als wertvolle Sprachkulturerhaltung.
5. Alfons
Das Meisterwerk über Herrn Mensdorff-Pouilly, für den dieser Tage schon wieder die Unschuldsvermutung gilt. Sehenswertes Video!
6. Mostviadl
Ein fetter Furz ins Gesicht der angepassten Populärmusik(er)
7. Des Lebn is a Hua
Die negative Vibes: „Des Lebn is a Hua, so schiach und doch so teier“
8. Jedn Tog da söwe Scheiß
In der guten alten Punktradition des „Birth, school, work, death“.
Wertvoller Beitrag in Sachen „FUT“ in der Populärmusik.
9. Nihilismus 0.0
Die „Goschn-Hau-Wut-Nummer“ des Albums.
10. Hidden-Track
Ned so wichtig.




In Summe: Franz Fuexe ab sofort auf jedes Zeltfest!;-)

Wir freuen uns schon auf das Zweitwerk im Herbst! (Ge)

Hier noch ein Blick auf das liebenswert verzierte Cover, welches uns die Fuexe noch ein wenig dekoriert haben:

Franz Fuexe CD Nihilismus

Franz Fuexe CD Nihilismus

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