Home In A Heartbeat #3, Ben Watt etc., Theater Akzent, 13.10.2016 – ArGe-Musik.at

Home In A Heartbeat #3, Ben Watt etc., Theater Akzent, 13.10.2016

Home is where your heart beats

Und Herzklopfen bekam ich wirklich, als ich die Ankündigung für die dritte Ausgabe dieser mehr als genialen Veranstaltungsreihe zu lesen bekam.
Ben Watt, großartiger Solokünstler, großartige Hälfte des Pop- und Ehepaares “Everything But The Girl”, ganz, gaanz, gaaanz große Freude (interessanterweise hatte ich erst vor wenigen Wochen meine alten EBTG-CDs hervor gekramt und in Dauerrotation laufen lassen, der Hauch einer Vorahnung).
Aber der Reihe nach:

Robert Rotifer & Marilies Jagsch

Den Abend eröffnen Robert Rotifer, seines Zeichens Initiator der Konzertreihe, und Marilies Jagsch, teilweise begleitet von einem Pianisten (Bernd Supper?).
Auf jeweils ein Jagsch-Lied folgt eines von Rotifer, immer schön abwechselnd, der/die Andere übernimmt den Harmonie- bzw Backgroundgesang, das funktioniert ganz wunderbar, nur nicht aufhören, denkt der geneigte Hörer, ich hab eine leichte Schwäche für Herren Rotifers musikalisches Schaffen, seine letzte Veröffentlichung “Not Your Door” ist eine Sammlung eindringlich persönlicher Songs, Songwritertum auf hohem Niveau, und diese Lieder hier im Theater Akzent, das passt wunderbar zusammen.
Marilies Jagsch bleibt da leider ein wenig blass zurück, nicht nur, dass sie (angesagterweise) auf der Bühne, abgesehen von ihren Liedern, nichts sagt, sind ihre Texte doch ein klein wenig spröder. Schön, aber wirklich berührt fühl ich mich nur von “From Ice To Water To Nothing”.
Insgesamt jedenfalls eine superbe Eröffnung!

Robert Rotifer

Robert Rotifer

Robert Rotifer & Marilies Jagsch

Robert Rotifer & Marilies Jagsch

Marilies Jagsch

Marilies Jagsch

Rozi Plain

Ich gestehe, dieser Name sagte mir rein gar nichts. Erwartungen waren natürlich groß, denn wenn Herr Rotifer kuratiert kann nix Schlechtes dabei raus kommen, also schaumamal, oder besser: hörmamal.
Zwei Damen betreten die Bühne, Rozi und Rachel, eine mit E-Gitarre, die Andere mit einer Wasauchimmerdaswar, Banjo aus Holz, aber mit 6 Saiten, also quasi Gitarre mit kreisrundem Corpus, hatte ich bis dato auch noch nie gesehen.

Bei der ersten Nummer dachte ich mir noch, das könnt ein bisserl fad werden, aber spätestens ab dem zweiten Lied hatten mich die beiden Musikerinnen gepackt und ich war voll und ganz in ihrem einerseits sehr zarten, aber trotzdem irgendwie witzigen Kosmos gefangen. Ich könnt jetzt im Nachhinein gar nicht mehr genau sagen, was mir an den Beiden so gefallen hat, es war wieder einmal ganz was Anderes, von den Texten hab ich kein Wort verstanden, aber völlig egal, dürfte mehreren so gegangen sein, der Applaus und die Freude im Publikum waren jedoch groß und ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen.

Rozi Plain

Rozi Plain

Rozi Plain

Rozi Plain

Rozi Plain

Rozi Plain

 

 

 

 Ben Watt

Wie bereits eingangs geschrieben, meine Freude war riesengroß, diesen Musiker endlich einmal live zu sehen und ich kann nur sagen, ich wurde nicht enttäuscht.
Ben Watt ist Musiker, DJ und Autor, scheinbar Familienmensch, dem Tod von der Schippe Gesprungener, ein Künstler und Könner durch und durch.

Ben Watt

Ben Watt

Ben Watt

Ben Watt

Ben Watt

Ben Watt

Er leitete seine Lieder, gespielt wurde quer durch seine Alben (Fever Dream, Hendra, North Marine Drive), mit Erklärungen und Geschichten ein, erzählte wie sie entstanden waren, begleitete sich selbst an Gitarre, Klavier und Wurlitzer Electro Piano. Sehr bewegend sind seine Versionen der beiden EBTG Lieder “Rollercoaster” und ganz besonders “25th December”. Zweiteres ein Lied über seine Eltern, denen auch eins seiner Bücher gewidmet ist.
Seine Lieder sind ja eher melancholischer Natur, gibt er auch selber zu, selbst der von ihm als betont positiv komponierter Song “Spring” klingt eher traurig, aber hach, so schön.
Schade, dass die Zeit wieder einmal viel zu schnell vergangen ist und gegen 23:00 der Vorhang fällt, ich hätt dem guten Mann noch weitere Stunden zuhören können.

BTW: Die Zeit brachte vor zwei Jahren ein sehr schönes Interview mit Tracy Thorn und Ben Watt, kann man hier nachlesen.
(Ar)