Georg Danzer

Georg Danzer

Georg Danzer wurde am 7.10.1946 (der 7.10. sollte später in einem Song noch eine wesentliche Rolle spielen) in Wien geboren und starb am 21.06.2007 in Asperhofen (Niederösterreich).

Schon bald war “Schurl” Danzer der Musik zugetan, seine ursprüngliche Liebe galt jedoch der Malerei:
Die Akademie für darstellende Kunst interessierte das aber weniger.

1968 kommt seine erste Single “Vera” auf den Markt – diese ist nicht unbedingt von Erfolg gekrönt.

Eva-Maria Kaiser entdeckt Georg Danzer 1970 als Songwriter – viele heimische Interpreten erfreuen sich in Folge der feinen Songs (was auch später noch ab und an der Fall sein sollte).

Danzer wird Mitglied der Gruppe Madcaps (für die er auch schon textete) und die ersten kleineren Hits im Dialektsound stellen sich ein. Auch mit dem Projekt “Pinewood Garden” (mit Rudi Napravnik und Georg Hauser) gelang ein kleiner Radiohit.

An “Die Österreicher in Vertretung” war (was viele nicht wissen) Danzer ebenfalls beteiligt: Der Song “Der Karli soll leben”, der ob des Ausschlusses von Karl Schranz (seitens IOC-Präsident Avery Brundage von den Olympischen Spielen in Sapporo) am 1.2.1972 spontan (mit Rene Reitz, Danzer, André Heller und ein paar Leuten direkt von der Straße) aufgenommen wurde, verkaufte sich in wenigen Tagen zig-tausendfach (Danke für diese Info ans Hans Kloiber von den Madcaps).

Auch Solo geht nun einiges weiter – die Longplayer “Der Tschik” und “Honigmond” werden allerdings bestenfalls ein Achtungserfolg.

1975 dann der endgültige Durchbruch: Mit Gassenhauern wie “Jö schau”, “So a Dodl mit da Rodl” und “Hupf in Gatsch” katapultiert sich Danzer in die erste Liga des Austropop (ein Begriff, der erst später geprägt werden sollte).

Ende der Siebziger-Jahre hat Danzer genug von den Gassenhauern und versucht sich als ernster Liedermacher zu etablieren. Dies gelang anfangs auch (insbesondere auch in Deutschland) durchaus – in Österreich wollte man allerdings lieber die alten Dialekthadern sowie heitere Songs hören. Ein kritischer Danzer war hierzulande (noch) nicht gefragt.

Nebstbei etablieren sich in Österreich neue Stars: NDW und Austropop hoben gerade ab – Danzer war “out”. Es wird ruhiger und ruhiger um Georg Danzer – er befindet sich nicht nur in einer Schaffenskrise: Ständiges Wechseln des Wohnortes (Wien, Spanien, Hamburg, Dortmund) und von Plattenfirmen bestätigen dies.

Auch Bücher entstehen in dieser Zeit – Georg Danzer widmet sich auch der Spanischen Sprache und arbeitet sogar eine Zeit lang als Übersetzer.

“Wieder in Wien”, heißt dann die “Comeback-CD” 1990 – und der “Schurli” ist auch körperlich wieder da, wo er eigentlich hingehört: In Wien. Auch wenn Danzer (wie bei Wienern nicht unüblich) ein sehr ambivalentes Verhältnis zur Heimatstadt hat.

Via Austria 3 (Ambros, Fendrich und Danzer) spielt sich Georg Danzer langsam wieder in das ihm gebührende Rampenlicht – die Österreicher haben ihren Danzer wieder und dieser bleibt Österreich in Folge auch (erfolgrich, kritisch und sozial sehr engagiert) noch einige Jahre erhalten.

Leider nur bis zum 21.06.2007 – der ehemalige Kettenraucher erlag im Alter von 60 Jahren seinem Lungenkrebsleiden. Österreich trauerte um den vielleicht besten Liedermacher des Landes und der Ex-Monopol-Sender Ö3 spielte auch plötzlich wieder Lieder von Danzer…

Single/
LP
Jahr
Titel
– Single/Album
G/P
beste
Platzierung (Charts)
LP
1993
Nahaufnahme
33
LP
1995
Große Dinge
28
LP
1996
Die größten Hits aus 25 Jahren
22
LP
1999
Atemzüge
37
LP
2001
13 schmutzige Lieder
33
LP
2002
Sonne & Mond
57
LP
2004
Persönlich
23
LP
2005
Von Scheibbs bis Nebraska
4
LP
2006
Gute Unterhaltung
16
LP
2006
Träumer
11
LP
2007
Raritäten II
16
LP
2008
Und manchmal kanns auch regnen
G
3
LP
2011
Wann i so z’ruckschau – Die ultimative Liedersammlung
G
3
LP
2015
Austropop-Legenden
43
LP
2016
Lass mi amoi no d’Sun aufgeh’ segn – Konzert-Höhepunkte
11
LP
2018
Top 3 (mit Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros)
43
LP
2020
Jö schau…
65
LP
2021
Zeitlos
14
LP
2022
Zeitlos 2
9
LP
2022
13 schmutzige Lieder (Re-entry aus 2001)
8
LP
2023
Honigmond (1. LP aus 1973, Neuauflage)
16